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Grundsteinlegung

Die Projektgruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT führte im Rahmen des Kunstfestes Neustadt 2016 in Leipzig die Aktion Grundsteinlegung durch. Damit wird auf potenzielle und künftige Bildungsräume aufmerksam gemacht.

Die Grundsteinlegung stößt eine Debatte über zukünftige Bildungsmodelle an. Ein Future Call richtet sich an alle lokalen Akteure und Bewohner des Leipziger Ostens und erfasst deren visionäres Potenzial. Welche neuen Unterrichtsfächer stehen für ein künftiges Schulmodell im Leipziger Osten? Alle Informationen wurden in einer Zeitkapsel gesammelt. Die Grundsteinlegung ist ein symbolischer „Stein des Anstoßes“, der eine stärkere Mitbestimmung und Mitgestaltung ermöglicht.

Die Grundsteinlegung fand auf der Grünfläche neben dem Pöge-Haus an der Meißner Straße in Leipzig am Freitag, den 8. Juli 2016 statt.

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Grundsteinlegung für eine Schule der Zukunft

„Was müsste sich Ihrer Meinung nach im Leipziger Osten verändern um die Bildungssituation zu verbessern?“ Mit dieser Frage wandte sich die künstlerische Projektgruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT um Martin Keil und Henrik Mayer an die Öffentlichkeit. Das Stadtgebiet rund um die Leipziger Eisenbahnstraße ist eines der sozial schwächsten, aber auch vielfältigsten und kulturell aktivsten. Das dortige Kunstfest findet jährlich statt und begleitet die lokalen Entwicklungen mit kritischen, bürgernahen und partizipativen Kunstbeiträgen. 2016 stand es unter der Überschrift "Bildungsferne - so nah?" Im Stadtteil herrscht Bildungsnotstand. Die beiden Grundschulen in der Leipziger Neustadt sind mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, Kinder unterschiedlicher Herkünfte zu integrieren. Existierende Bildungspläne greifen zu kurz, da sie zu wenig auf die gestiegene Zuwanderung reagieren.

Gemeinsam mit dem bürgerschaftlich engagiertem Wohn- und Kulturprojekt Poegehaus e.V. und dem Bürgerverein Neustädter Markt verfassten die Künstler einen Aufruf, der die Bürgerinnen und Bürger nach ihren Vorstellungen einer Schule der Zukunft befragte. Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedener Generationen steuerten ihre Ideen  bei. Auf die Frage, welche neuen Unterrichtsfächer sie sich vorstellen können, antwortete zum Beispiel eine Familie: „Interkulturelle Kommunikation und Selbstversorgung im eigenen Garten.“ Auch wurde der Wunsch nach weniger sozialer Entmischung deutlich: „ Alle müssten hierbleiben und mitmachen und nicht wegziehen, wenn die Schule beginnt.“ forderte eine Teilnehmerin. Hinzu kamen fantasievoll gezeichnete und gemalte Bilder von Kindern und Jugendlichen. Sie wünschten sich für ihre Schulen Fächer, wie Tiersprachen, globales Kochen und Wetterdesign. Die ideenreichen Vorschläge sind nun Inhalt der Zeitkapsel im Grundstein der Zukunftsschule.

Auf dem Gelände einer einstigen Brache, die heute als Bürgergarten dient, wurde eine imaginäre Baustelle errichtet. Ein Bauschild mit Informationen zur Zukunftsschule weckte das Interesse der Anwohner. Eine Fläche von einigen Quadratmetern wurde eingefasst und mit Bodenplatten versehen. In der Mitte befindet sich ein gemauerter Schacht. Zur Einweihungsfeier wurde die Zeitkapsel in dem Schacht versenkt und mit dem Grundstein verschlossen. Die Inschrift „Schule der Zukunft“ regt zum Nachdenken und Handeln an für wachsende  Bildungschancen und Gerechtigkeit in einem Stadtteil, dessen multikulturelles Potential noch nicht ausreichend erkannt und gefördert wurde. Der Stein des Anstoßes wird auch in Zukunft dazu auffordern Bildungsräume selbst zu gestalten.

REINIGUNGSGESELLSCHAFT für die Zeitschrift „Soziokultur Magazin 4/2016

 
Foto: Jan Keilhauer
Foto: Jan Keilhauer
Foto: Jan Keilhauer
Foto: Jan Keilhauer
 
 
Für die Zeitkapsel unter dem Grundstein wurden im Juni 2016 Bewohnerinnen und Bewohner, Kinder und Eltern nach Ihren Botschaften und Vorstellungen für die Schule der Zukunft gefragt. Hier an einem Stand des Anwohnerfestes Neustädter Frühstück.
 
 

 

   
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