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Fluchtwege

"Fluchtwege" ist ein Projekt der REINIGUNGSGESELLSCHAFT, welches globale Nachrichtenströme und Kunsthandwerk im Kontext zeitgenössischer Kunst verbindet. Die Werkserie besteht aus digitalen Zeichnungen und Klöppelbildern. Klöppeln bezeichnet das Herstellen von Spitzen. Als Vorlagen dienen Bilder aus der medialen Berichterstattung zu Flüchtlingsbewegungen und deren Ursachen.
Die Werkserie entsteht in Zusammenarbeit zwischen Martin Keil und seiner Mutter, der Textilgestalterin Rotraut Keil. Die narrativen Klöppelbilder verbinden zeitgenössische Motive der medialen Berichterstattung mit der alten kunsthandwerklichen Technik der Spitzenherstellung. Die Klöppelbilder basieren auf Zeichnungen, die für die Umsetzung in Klöppelspitze stilisiert aufbereitet wurden. Einzelne Punkte werden durch Knoten verdichtet und vernetzt. Linien werden durch Verdrehen, Verkreuzen und Verknüpfen erzeugt. Mit den Mitteln des traditionellen Kunsthandwerkes wird dem virtuellen und beschleunigten Charakter medialer Bilder ein Bildherstellungsprozess entgegengesetzt, welcher auf den Faktoren Zeit und (physische) Arbeit beruht.

Inhaltlich knüpft die Serie an den gesellschaftlichen Diskurs zu Identitäts- und Migrationsfragen an. Nach Hannah Arendt ist der Flüchtling derjenige, der außerhalb jeder staatlichen Ordnung existiert. Aus seinem kulturellen und gesellschaftlichen Bezugssystem herausgerissen, ist er ein Rechtloser, ohne Identität und Teilhabe, dem Schutz gebührt. Kann die Integration von Zuwanderern zu einer grundlegenden Neuorientierung postmoderner Gesellschaften führen? Viel wird davon abhängen, welche Lebensperspektiven sich für die migrantische Bevölkerung in den Ankunftsgesellschaften eröffnen und welche Zugänge den ehemals Rechtlosen zu ihren bürgerlichen Rechten offen stehen.

Das Goethe Institut Washington zeigt das Projekt vom 16.6.-31.8. 2016

Eröffnung am 16. Juni 2016 in Anwesenheit von Martin Keil

 

 
 
 

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