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Signalzeiten 2037

Zeitmessung von Ampelphasen und Sichtbarmachung im öffentlichen Raum

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Am 20. Juli 2014 führen Martin Keil und Henrik Mayer von der Projektgruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT den ersten Teil einer Performance im öffentlichen Raum Recklinghausens durch. Der zweite Teil wird im Jahr 2037stattfinden.
Unter dem Titel Signalzeiten 2037 nehmen die beiden Akteure an der Kreuzung Europaplatz in Recklinghausen eine Zeitmessung an der Ampelanlage vor. Dabei geht es darum, das Verhältnis von Zeitintervallen von Fußgängern und Autofahrern zu untersuchen. Obwohl Fußgänger die langsameren Verkehrsteilnehmer sind, haben sie in Deutschland durchschnittlich 18 Sekunden Zeit, eine 12 Meter breite Straße zu überqueren. Die Umlaufzeit einer Ampel für Straßenverkehr liegt dagegen oft bei 120 Sekunden.
Im Rahmen der Aktion entsteht ein aussagekräftiges Protokoll, welches die Länge der Ampelphasen dokumentiert. Die unterschiedlichen Zeiten werden für alle Verkehrsteilnehmer auf "Ampelfahnen" sichtbar gemacht. Ampelfahnen sind in Amerika als "Crosswalk Flags" bekannt. Es handelt sich um signalfarbene, handliche Fahnen, die an Ampelmasten bereitgestellt werden. Mit denen können Fußgänger an Straßenquerungen auf sich aufmerksam machen. Auf den Fahnen werden die unterschiedlichen Zeiten für Fußgänger und motorisierten Verkehr sichtbar. Fußgänger in Recklinghausen können die Ampelfahnen während der Performance nutzen.
REINIGUNGSGESELLSCHAFT wirft die Frage auf, wie Städte und Verkehr der Zukunft aussehen werden. Werden wir angesichts hochgesteckter Klimaziele dem motorisierten Verkehr weiterhin das hohe Maß an öffentlichem Raum und öffentlicher Zeit zur Verfügung stellen können? Was wäre, wenn sich die Stadt Recklinghausen als Modellprojekt entschließen würde, jedes Jahr eine Sekunde der Signalzeit des Straßenverkehrs abziehen und zu den Fußgängerzeiten addieren würde? Wird sich in 23 Jahren das Verhältnis Fußgänger- und Straßenverkehr möglicherweise umgekehrt haben?
Eine Antwort auf diese Frage wird es im Jahr 2037 geben. Dann wird die Performance wiederholt und es wird ablesbar, wie sich alternative Mobilitätskonzepte im öffentlichen Verkehr bis dahin entwickelt haben. Der Strukturwandel und die sich veränderte demographische Entwicklung im Ruhrgebiet bieten Möglichkeiten, für zukunftsweisende, einwohnerfreundliche Mobilitätskonzepte, die auf Entschleunigung des Individualverkehrs und auf eine altersgerechte Infrastruktur ausgerichtet sind.

ein Beitrag der Projektgruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT im Rahmen von Archipel INVEST
innerhalb der Urbanen Künste Ruhr

Archipel Invest wurde realisiert von KUNSTrePUBLIK 

 

www.archipel-invest.eu

www.kunstrepublik.de

www.urbanekuensteruhr.de

 

 

 

 
Ampelfahnen und Zeitmessung in Recklinghausen mit Aurel Thurn von UrbaneKuenste Ruhr
 

 

   
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