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urban storylines

transformed into a Future Agenda
Re-naming Streets in the City of Vincent

Während eines Artist in Residence Projektes erarbeitete REINIGUNGSGESELLSCHAFT 23 neue Straßennamen, die an großen Straßenkreuzungen in der City of Vincent in Westaustralien erscheinen. Im Vorfeld hielt RG öffentliche Dialogveranstaltungen mit Bürgern der Stadt und sammelte Informationen zu aktuellen sozialen und ökonomischen Entwicklungen. Wie die Gebrüder Grimm erfragten sie die Storylines der Stadtbewohner und sammelten ihre Erzählungen. Das Wissen wurde dann in eine Zukunftsagenda übertragen, die im öffentlichen Raum in Form neuer Straßennamenschilder auftaucht.

Hintergrund
Die City of Vincent ist Teil der Metropolregion von Perth, Australien. Der Bergbauboom in Westaustralien brachte ein starkes urbanes Wachstum in den Städten Vincent und Perth mit sich. Eine hohe Beschäftigungsrate und steigende Einkommen wirken sich auf die Stadtentwicklung aus, und die Bevölkerung hat sich verdichtet.
Die Infrastruktur der Region änderte sich, um 1.3 Millionen Menschen zu beherbergen. Die Vorstädte von Perth erstrecken sich über 90km in Nord- Südrichtung und über 40km Breite. Der expandierende Wohnungsmarkt in den Vorstädten hat auch Auswirkungen auf die City of Vincent.
RG versteht eine Stadt als eine Gesamtheit verschiedener Funktionsbereiche. Zukünftige Änderungen und Entwicklungen sollen Einwohnern ermöglichen, eine aktive Rolle in der Gemeinschaft zu übernehmen. Vincent kann ein Modell für antizipatives Denken und nachhaltige Zukunftsstrategien sein.

Analyse
Zunächst analysierte RG die Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln mittels Dialogveranstaltungen zu den Themen Migration, Sichtweisen der Aborigines, sowie Wohnbau und Wirtschaft. RG traf auch Einzelpersonen und Mitglieder verschiedener ethnischer und religiöser Gemeinschaften und beriet sich mit Vertretern der City of Vincent. RG recherchierte und stellte Informationen aus Berichten, Statistiken und Artikeln zusammen. Die auf diese Weise gesammelten verschiedenen STORYLINES repräsentieren zukünftige und gegenwärtige Aufgaben der Gemeinschaft. Die Erkenntnisse wurden in eine öffentliche Installation von Straßennamenschildern übertragen, mit dem Ziel, ein kritisches Bewusstsein für zukünftige Veränderungen anzuregen und einen öffentlichen Dialog über die Schaffung eines ganzheitlichen Gemeinschaftslebens.

Transformation
Als Ergebnis der kognitiven Kartografierung schlägt RG eine Zukunftsagenda in Form der Straßennamenschilder an Verkehrskreuzungen in den fünf Stadtteilen von Vincent vor. Die bereits vorhandenen Straßennamen repräsentieren die koloniale Vergangenheit und beinhalten historische Namen erster Siedler, geographische Orte europäischer Herkunft und nur eine sehr kleine Zahl an Verweisen auf die Ureinwohner. RG bezieht sich in der Intervention auf die semiotische Bedeutung der Schilder für die urbane Identität. Die neuen Straßennamen stehen für gemeinschaftliche Zukunftserwartungen und -themen.
Die Straßennamenschilder sind unter den existierenden Schildern befestigt; sie erscheinen in der gleichen Gestaltung und befinden sich an Straßenkreuzungen mit Verkehrsampeln. Um einen Überblick über das Gebiet mit veränderten Straßennamen zu ermöglichen, gab RG einen Stadtplan heraus. Er enthält Namen und Orte, sowie eine Legende die Zusammenhänge deutlich macht.

Langzeiteffekte
Das Projekt strebt an, die Öffentlichkeit für die Herausforderungen der Zukunft in einem sich verändernden städtischen Raum zu sensibilisieren. Das Ziel ist es, selbstorganisierte gemeinschaftliche Aktivitäten anzuregen. Auch wenn die Anwesenheit der Künstler nur temporär ist, soll das Projekt nicht auf die öffentliche Erscheinung der Schilder begrenzt sein. Bedeutender sind die langfristigen Folgen für die Gestaltung der Gemeinde. Das Projekt fordert alle Einwohner auf, sich in lokalen Projekten auf der Basis gemeinsamer Verantwortung zu beteiligen.

 
 

 

 

Urban Storylines from REINIGUNGSGESELLSCHAFT on Vimeo.

 
 
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Wie die Gebrüder Grimm erfragte RG Storylines der Stadtbewohner und sammelten ihre Erzählungen und urbane Legenden. Das Wissen wurde in eine Zukunftsagenda übertragen, die im öffentlichen Raum in Form neuer Straßennamenschilder auftaucht.
 
 
 
 
   
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